Traumarbeit

Das Traumdeuten habe ich ursprünglich von der englischen Heilerin Gemma Walker gelernt, die ich 1988 kennen lernte und mit der ich über die Jahre hinweg in Verbindung geblieben bin. Eigene Lebenserfahrungen, vor allem ein zehntägiger Aufenthalt in der Dunkelheit, wo ich ganz auf meine eigenen Ressourcen angewiesen war, haben meine Beziehung dazu intensiviert.

Spirituelle Traumarbeit

Der Ausdruck "spirituelle Traumarbeit" bezieht sich auf zweierlei. Erstens handelt es sich um die Verbindung einer spirituellen Disziplin, nämlich der Herzmeditation, mit der Arbeit an Träumen. Die tägliche Meditation unterstützt uns bei der Integration der Traumweisheit, gibt uns ein Werkzeug in die Hand, mit dem wir an unverstandenen Träumen arbeiten können und stellt uns vor allem die Liebesenergie zur Verfügung, die wir benötigen, um unsere Träume zu verwirklichen. Diese letzte Funktion ist sehr wichtig, weil die Aufträge, die wir aus unserem Inneren erhalten, nicht immer identisch sind mit unseren materiellen Vorstellungen. Wir brauchen einen Ort in uns, an dem Angst, Schuld- und Pflichtgefühle aufgehoben sind, sodass wir unserer Wahrheit gerecht werden können. Dieser Ort ist das Herz, genauer gesagt die bedingungslose Liebe, mit der wir uns über die Öffnung unseres Herzzentrums verbinden.  

Und zweitens ist mit "spiritueller Traumarbeit" eine spezielle Art der Traumdeutung gemeint. Traumsymbole werden auf der höchstmöglichen Ebene gedeutet, die alle anderen Ebenen, z.B. die psychologische, mit einschließt. So gibt es z.B. mehrere Symbole, die für das höchste Bewusstsein stehen. Essen im Traum wird als spirituelle Nahrung gesehen, Alkohol als spirituelles Getränk, die Arbeitsstätte als unser Auftrag auf der Erde, das Hinaufsteigen auf einen Berg oder in die höheren Stockwerke eines Hauses als Aufstieg in höhere Ebenen unserer selbst usw.

Traumvorbereitung:

Wir können lernen, uns unsere Träume zu merken, indem wir uns Block und Bleistift oder auch einen Recorder ans Bett legen. Es ist wichtig, am Morgen alles zu notieren, was uns aus der Nacht in Erinnerung geblieben ist. Am Anfang werden dies Stimmungen sein, mit denen wir aufwachen, dann vielleicht Farben, Bilder, Bruchstücke von Träumen usw. Schließlich werden wir in der Lage sein, uns vollständige Träume zu merken.

Wenn wir ruhig liegen bleiben, ohne auch nur den Kopf (und die Augen) zu bewegen, fällt es leichter, den Traum ins Tagesbewusstsein herüberzuholen.

Das bewusste Abschließen des Tages vor dem Zubettgehen, z.B. eine Meditation, sowie ein leerer Magen unterstützen gute Träume.

Zur Interpretation von Träumen:

Träume zu interpretieren heißt, bewusst an unserer Entwicklung teilzunehmen. Es ist wichtig, einen Deutungsansatz zu wählen, der uns im Hinblick auf Werte wie Liebe, Vertrauen und Gelassenheit fördert.

Alle Personen des Traums sind Aspekte des Träumers. Alles, was diesen Personen zustößt, geschieht dem Träumer selbst. Stirbt beispielsweise jemand, so bedeutet dies, dass ein Teil des Träumers, den er nicht mehr weiter benötigt, gestorben ist. Wenn es eine Person ist, die der Träumer kennt, ist durch Eigenschaften dieser Person offensichtlich, worum es sich handelt. Normalerweise sind es Verhaltensmuster oder Einstellungen, die in der jetzigen Lebenssituation nicht mehr angebracht sind, z.B. Verteidigungsmechanismen oder die Angewohnheit, immer zu tun, was die anderen sagen oder auch Härte gegen uns selbst.

Wichtige Traummotive:

Mann und Frau im Traum symbolisieren den männlichen und weiblichen Aspekt unserer Persönlichkeit, zu verstehen als aktive, tätige, nach außen gerichtete bzw. künstlerische, intuitive, passive Kraft in unserer Psyche.
Kommen Mann und Frau im Traum zusammen, z.B. anlässlich einer Hochzeit, so bedeutet dies ein wichtiges Vereinigungsgeschehen in uns selbst, das uns stärkt.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an den Traum einer jungen, auf dem Gebiet der Traumdeutung noch unkundigen und dementsprechend beunruhigten Frau, die davon träumte, von ihrem Mann im Ehebett erschossen zu werden. Dies ist kein Hinweis auf drohende Mordgefahr, sondern heißt, dass im Leben der Frau die weibliche Seite  zu kurz kommt.
Ihre Tatkraft und Leistungsbetonung unterdrückt ihre Empfänglichkeit und Phantasie, was der Traum durch die Schüsse des Mannes auf die Frau ausdrückt. Die praktische Schlussfolgerung aus diesem Traum heißt einfach, weniger nach einem festgesetzten Plan (=männlich) zu funktionieren, als der eigenen Intuition zu folgen.


Kinder im Traum symbolisieren eigene kindliche Anteile. Meistens sind sie ein Hinweis auf Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit, Liebe und Zuwendung. Im Traum einer Frau, die ein Kind im Arm hielt, es aber versehentlich fallen ließ, liegt ein Mangel an Aufmerksamkeit für ihre wirklichen Bedürfnisse vor.

Wohnungen und Häuser, die wir im Traum betreten, umbauen, erkunden, sind wir selbst, an denen Umbauten und Entdeckungen vorgenommen werden. Das Mobiliar gibt Auskunft darüber, ob wir verstaubt sind, uns reich oder arm oder hässlich fühlen.

Die Küche und der Herd sind Symbole für unsere Herzenswärme, das Bett ist der Ort der kreativen Verwandlung, der Keller unser Unterbewusstsein. Essen und Trinken im Traum ist  spirituelle Nahrung.

Gewässer: Flüsse, Bäche und Seen stehen für Gefühle, das Meer für das Einheitsbewusstsein.

Träume, in denen wir Schwierigkeiten haben, ein WC zu finden, drücken unsere Schwierigkeit aus, emotionalen Ballast (beschissene Gefühle) loszuwerden.

Fahrzeuge stehen für das Vehikel, das uns im Moment durchs Leben bringt. Ein Fahrrad drückt eine sehr individuelle Art, das Leben zu meistern aus, ein Bus oder Zug dagegen eine Form, die auch von anderen gewählt wird.

Schnee, Eis, hohe Berge und auch die oberen Stockwerke von Häusern stehen für eine hohe Bewusstseinsebene. Der Bergkristall ist ein Symbol für die Seele oder unser wahres Selbst, ebenso wie ein Schloss oder ein Palast.

Geld ist Energie, im besonderen Liebesenergie, die uns je nach Trauminhalt in reichem Maße oder knapp zur Verfügung steht.

Literaturempfehlungen

  • Das Medizinrad-Traumbuch. Sun Bear, Wabun Wind, Shawnodese
    Goldmann ISBN 3-442-12256-2
  • Karten der Kraft. Ein schamanistisches Einweihungs-Spiel in den Pfad der Tiere.
    Jamie Sams, David Carson. Windpferd ISBN 3-89385-037-6
  • Illustriertes Lexikon der traditionellen Symbole. J.C. Cooper.
    Drei Lilien Verlag ISBN 3-928 127-27-6
  • Spirituelle Traumarbeit. Llewelyn Vaughan Lee.
    Nur mehr antiquarisch erhältlich.
  • Jutta Voss: Das Schwarzmond-Tabu

Zusammenarbeit mit der Visionswerkstatt:

Günther Stockingers Visionsarbeit hat mich so begeistert, dass ich seit meiner eigenen Teilnahme am von ihm entwickelten Prozess auf La Palma mit ihm zusammenarbeite. Jedes Jahr im Sommer gibt es eine Traumwoche am Attersee, in der wir dem großen Lebenstraum auf die Spur kommen und dabei unsere nächtlichen Träume zu Hilfe nehmen.
Details dazu finden Sie im Programm und unter www.visionswerkstatt.at